Humanfrog Lab

Cyberangriff: Wie gut ist Ihr Unternehmen vorbereitet?

Ein Cyberangriff ist der gezielte Versuch, über das Netzwerk oder Ihre Nutzer Zugang zu Ihren Systemen zu erlangen, Daten zu stehlen oder den Betrieb lahmzulegen. Für mittlere und große Unternehmen sind heute Ransomware, Phishing mit missbrauchten Benutzerkonten und Angriffe über Lieferanten am häufigsten.

Einen Angriff können Sie nicht vollständig verhindern, seine Folgen aber erheblich begrenzen. Vier Faktoren entscheiden: getestete Backups, die ein Angreifer nicht löschen kann, geschützte Identitäten, rechtzeitige Erkennung und ein vorbereiteter Notfallplan. Mit dem Tool unten prüfen Sie Ihren Stand.

Wie gut ist Ihr Unternehmen auf einen Cyberangriff vorbereitet?

Aktualisiert 0 Min. Lesezeit

Wie gut ist Ihr Unternehmen auf einen Cyberangriff vorbereitet?

Wählen Sie zu jeder Aussage Ja, Teilweise oder Nein. Am Ende erhalten Sie einen Wert von 0 bis 100, eine Auswertung nach Bereichen und die drei wirksamsten Maßnahmen.

Bereich 1 von 5

Beantworten Sie alle drei Fragen, um fortzufahren.

Ihre Bewertung der Bereitschaft

/100

Ergebnis nach Bereichen

Die ersten 72 Stunden nach einem Angriff entscheiden darüber, wie groß der Schaden wird. Wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, lesen Sie im Abschnitt Die ersten 72 Stunden nach einem Cyberangriff.

Die Bewertung beruht auf Ihrer Selbsteinschätzung und dient der Information. Sie ersetzt weder ein Sicherheitsaudit noch einen Penetrationstest.

Die Berechnung erfolgt in Ihrem Browser. Ihre Antworten werden nur übermittelt, wenn Sie das Kontaktformular unten absenden.

Was ein Cyberangriff ist und warum das Risiko heute höher ist

Ein Cyberangriff ist jeder gezielte Versuch, unbefugt auf Ihre Informationssysteme zuzugreifen, Daten zu stehlen oder zu verändern oder Dienste lahmzulegen. Für Angreifer sind mittlere und große Unternehmen interessant, weil sie genug Mittel für ein Lösegeld haben und zugleich oft kein Sicherheitsteam besitzen, das rund um die Uhr arbeitet.

Angriffe sind heute meist organisiert und automatisiert. Angreifer kaufen gestohlene Passwörter oder Netzwerkzugänge, bewegen sich tage- oder wochenlang unbemerkt durch die Systeme, löschen oder verschlüsseln zuerst die Backups und lösen erst dann die Ransomware aus. Bereitschaft hängt deshalb weniger von einzelnen Produkten ab als davon, ob Ihre Grundlagen stimmen. Bewerten Sie Ihre Bereitschaft mit dem Tool auf dieser Seite.

Die häufigsten Angriffsarten

AngriffsartAblaufWichtigster Schutz
RansomwareVerschlüsselung von Systemen, oft auch Datendiebstahl mit Drohung der VeröffentlichungUnveränderliche Backups, getestete Wiederherstellung, Netzwerksegmentierung
PhishingGefälschte E-Mail oder Webseite, die Nutzer zur Preisgabe von Passwörtern oder zur Installation von Schadcode verleitetMFA, E-Mail-Filter, Schulung der Beschäftigten
Business E-Mail Compromise (BEC)Angreifer geben sich als Geschäftsführer oder Lieferant aus und fordern eine ÜberweisungZahlungsfreigabe mit Rückbestätigung über einen zweiten Kanal, MFA
Ausnutzen von SchwachstellenAngriff auf ungepatchte, aus dem Internet erreichbare Systeme (VPN, Firewall, Webserver)Schwachstellenmanagement, zügiges Einspielen von Patches
Angriff über LieferantenEinbruch über Fernzugang oder Software eines externen DienstleistersKontrolle der Lieferantenzugänge, vertragliche Sicherheitsanforderungen
DDoSÜberlastung eines Dienstes, bis er nicht mehr erreichbar istSchutz beim Netzbetreiber oder in der Cloud

Fünf Bereiche der Bereitschaft

Das Tool auf dieser Seite bewertet Ihre Bereitschaft in fünf Bereichen, die sich in der Praxis als entscheidend erweisen.

  • Steuerung und Verantwortung. Jemand muss für Sicherheit verantwortlich sein und der Geschäftsleitung regelmäßig über Risiken berichten. Ohne Bestandsaufnahme der kritischen Systeme wissen Sie nicht, was Sie zuerst schützen und wiederherstellen müssen.
  • Backup und Wiederherstellung. Die 3-2-1-Regel (drei Kopien, zwei Medien, eine Kopie an anderem Ort) ist die Basis. Entscheidend ist, dass mindestens eine Kopie unveränderlich (immutable) oder physisch getrennt ist und dass Sie die Wiederherstellung regelmäßig testen. Ein Backup, dessen Wiederherstellung Sie nie getestet haben, ist nur eine Annahme.
  • Identitäten und Zugriffe. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für E-Mail, Fernzugriff und Cloud verhindert die meisten Angriffe mit gestohlenen Passwörtern. Administratorkonten müssen getrennt und überwacht sein.
  • Erkennung und Reaktion. Zentral gesammelte Protokolle, Überwachung rund um die Uhr und ein geübter Notfallplan verkürzen die Zeit vom Einbruch bis zur Erkennung. Diese Zeit bestimmt am stärksten das Ausmaß des Schadens.
  • Menschen. Regelmäßige, kurze Schulungen und Phishing-Simulationen senken die Zahl erfolgreicher Betrugsversuche, und ein einfacher Weg zum Melden verdächtiger E-Mails ermöglicht schnelles Handeln.

Backups: die letzte Verteidigungslinie

Wenn alle anderen Maßnahmen versagen, entscheiden Backups darüber, ob Sie den Betrieb wiederherstellen können. Angreifer wissen das, deshalb gehört das Löschen oder Verschlüsseln von Backups heute zu den ersten Schritten eines Angriffs. Hat ein Angreifer Administratorzugriff auf die Domäne und den Backup-Server, sind auch die Kopien gefährdet.

  • Unveränderlichkeit. Mindestens eine Kopie sollte so gespeichert sein, dass sie in einem festgelegten Zeitraum nicht verändert oder gelöscht werden kann, auch nicht mit Administratorrechten. Alternativ eignet sich eine physisch getrennte Kopie (Air Gap).
  • Getrennte Zugangsdaten. Das Backup-System sollte nicht in derselben Domäne wie die Produktion liegen, der Zugriff ist mit MFA zu schützen.
  • Zweiter Standort. Eine Kopie in einem anderen Rechenzentrum oder in der Cloud schützt auch vor Brand, Hochwasser oder Standortausfall.
  • Getestete Wiederherstellung. Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie komplette Systeme und nicht nur einzelne Dateien wiederherstellen können und wie lange das dauert. Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Ausfall, den sich Ihr Geschäft leisten kann.
  • Reihenfolge der Wiederherstellung. Legen Sie vorab fest, welche Systeme zuerst wiederhergestellt werden. Üblich sind Identitäten, Netzwerk, wichtige Geschäftsanwendungen und Kommunikation.

Die Rolle der Geschäftsleitung

Ein Cyberangriff ist nicht nur ein technischer Vorfall. Währenddessen sind schnell geschäftliche Entscheidungen zu treffen: welche Dienste abgeschaltet werden, wie Kunden und Partner informiert werden, ob externe Experten hinzugezogen werden, wie mit den Medien kommuniziert wird und wann Behörden zu informieren sind. Diese Entscheidungen trifft die Geschäftsleitung, daher muss sie in Vorbereitung und Übungen einbezogen sein.

Gute Praxis ist, dass die Geschäftsleitung mindestens einmal jährlich an einer Planübung (Tabletop) teilnimmt, in der das Team ein Ransomware-Szenario durchspielt. Eine solche Übung zeigt schnell fehlende Kontakte, unklare Zuständigkeiten und Annahmen, die nicht stimmen. Für NIS2-pflichtige Unternehmen ist die Schulung der Geschäftsleitung zudem eine gesetzliche Pflicht.

Die ersten 72 Stunden nach einem Cyberangriff

Die ersten Stunden entscheiden, ob der Vorfall beherrschbar bleibt. Der folgende Rahmen ist allgemein gehalten, passen Sie ihn an Ihren Notfallplan an.

ZeitWichtigste Schritte
Erste StundeKrisenteam aktivieren und Geschäftsleitung informieren. Betroffene Systeme vom Netzwerk isolieren, aber nicht herunterfahren und nichts löschen. Kompromittierte Konten und Fernzugänge deaktivieren.
Bis 24 StundenAusmaß einschätzen: welche Systeme und Daten betroffen sind, ob die Backups unversehrt sind. Protokolle und Beweise sichern. NIS2-pflichtige Unternehmen senden die Frühwarnung an das BSI bzw. an die in Österreich zuständige Stelle. Kommunikation mit Beschäftigten und Kunden festlegen.
Bis 72 StundenNIS2-pflichtige Unternehmen senden die Vorfallsmeldung mit erster Bewertung. Bei einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten informieren Sie die Datenschutzbehörde (DSGVO, Artikel 33). Beginnen Sie die Wiederherstellung der wichtigen Systeme aus nachweislich sauberen Kopien in der im Plan festgelegten Reihenfolge.
Nach 72 StundenUrsache des Einbruchs beseitigen (Schwachstelle, gestohlene Passwörter), Überwachung verstärken, Abschlussbericht und Liste der Verbesserungen erstellen.

In Deutschland gehen Meldungen nach NIS2 an das BSI, in Österreich an die nach NISG 2026 zuständige Stelle, Unterstützung bietet zudem das CSIRT (CERT.at). Straftaten wie Erpressung zeigen Sie bei der Polizei an; in Deutschland gibt es dafür die Zentralen Ansprechstellen Cybercrime der Länder. Von einer Lösegeldzahlung raten die Behörden ab, denn sie garantiert die Rückgabe der Daten nicht und finanziert neue Angriffe.

Gesetzliche Vorgaben: NIS2, DSGVO und Meldepflichten

Für viele mittlere und große Unternehmen ist die Vorbereitung auf einen Angriff keine reine gute Praxis mehr, sondern gesetzliche Pflicht. In Deutschland setzt das NIS2UmsuCG die NIS2-Richtlinie um (zuständig ist das BSI), in Österreich das NISG 2026. Betroffene Einrichtungen müssen Risikomanagementmaßnahmen umsetzen und erhebliche Vorfälle innerhalb von 24 Stunden, 72 Stunden und einem Monat melden. Ob Sie betroffen sind, prüfen Sie im Leitfaden NIS2-Umsetzung.

Sind bei einem Angriff personenbezogene Daten betroffen, verlangt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die Meldung an die Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden, in Deutschland an die zuständige Landes- oder Bundesbehörde, in Österreich an die Datenschutzbehörde. In bestimmten Fällen sind zusätzlich die betroffenen Personen zu informieren.

Wo Sie anfangen

  1. Füllen Sie die Bereitschaftsbewertung aus und beginnen Sie bei den drei vorgeschlagenen Maßnahmen.
  2. Prüfen Sie, ob mindestens ein Backup unveränderlich ist und ob Sie die Wiederherstellung in den letzten sechs Monaten getestet haben.
  3. Führen Sie MFA überall dort ein, wo ein Zugriff aus dem Internet möglich ist.
  4. Erstellen Sie einen kurzen Notfallplan mit Kontakten und testen Sie ihn mit einer Übung für die Geschäftsleitung.

Humanfrog stellt als Veeam-Silver-Partner Backups mit unveränderlichen Kopien in Rechenzentren der Kategorie TIER III bereit und unterstützt bei der Einführung von MFA und Managed-Security-Diensten sowie bei der Erstellung von Notfallplänen. Wenn Sie die Bewertung mit einem Experten besprechen möchten, schreiben Sie uns.

Häufig gestellte Fragen

Was ist unmittelbar nach einem Cyberangriff zu tun?
Isolieren Sie betroffene Systeme vom Netzwerk, fahren Sie sie aber nicht herunter und löschen Sie nichts, denn Arbeitsspeicher und Protokolle enthalten Beweise. Aktivieren Sie den Notfallplan, informieren Sie Geschäftsleitung und Krisenteam, ändern Sie kompromittierte Passwörter und melden Sie den Vorfall. Für die Wiederherstellung verwenden Sie nachweislich saubere Backups.
Wem melde ich einen Cyberangriff in Deutschland und Österreich?
In Deutschland melden NIS2-pflichtige Unternehmen erhebliche Vorfälle an das BSI, in Österreich an die nach NISG 2026 zuständige Stelle (Informationen unter nis.gv.at, Unterstützung bietet auch CERT.at). Bei Straftaten wie Erpressung erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei. Liegt eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten vor, ist nach der DSGVO innerhalb von 72 Stunden die Datenschutzbehörde zu informieren, in Deutschland die zuständige Landes- oder Bundesbehörde, in Österreich die Datenschutzbehörde.
Sollten wir bei Ransomware Lösegeld zahlen?
Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden raten davon ab. Die Zahlung garantiert weder, dass Sie Ihre Daten zurückerhalten, noch dass sie nicht veröffentlicht werden, und sie finanziert weitere Angriffe. Der beste Schutz ist ein unveränderliches (immutable) Backup, dessen Wiederherstellung Sie bereits getestet haben.
Was bedeutet die 3-2-1-Backup-Regel?
Halten Sie mindestens drei Kopien Ihrer Daten auf zwei verschiedenen Medientypen vor, davon eine außerhalb des Standorts. Die erweiterte Variante 3-2-1-1-0 ergänzt eine unveränderliche oder physisch getrennte Kopie und null Fehler bei der Wiederherstellungsprüfung.
Wie lange dauert die Wiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff?
Von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Entscheidend ist, ob die Backups unversehrt sind, wie schnell sich kritische Systeme wiederherstellen lassen und ob die Wiederherstellung zuvor getestet wurde. Unternehmen mit geübtem Notfallplan und unveränderlichen Kopien stellen ihre wichtigen Dienste in der Regel deutlich schneller wieder her.
Hilft Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) wirklich?
Ja. MFA verhindert die meisten Angriffe mit gestohlenen Passwörtern. Führen Sie sie vorrangig für den Fernzugriff (VPN), E-Mail, Cloud-Dienste und alle Administratorkonten ein. Für besonders exponierte Konten empfehlen sich phishing-resistente Verfahren wie FIDO2-Sicherheitsschlüssel.
Was ist ein SOC und brauchen wir eines?
Ein SOC (Security Operations Center) ist ein Team, das Sicherheitsereignisse rund um die Uhr überwacht und darauf reagiert. Angriffe beginnen oft nachts oder an Feiertagen, daher ist eine Erkennung rund um die Uhr entscheidend. Mittelständische Unternehmen bauen ein SOC selten selbst auf, sondern beziehen es meist von einem externen Anbieter für Managed Security.