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Herausforderung: Lizenzdruck nach der Übernahme von VMware durch Broadcom
Für uns hätte die Annahme der neuen Preise nahezu eine Vervierfachung der Lizenzkosten für die bestehende Public Cloud bedeutet. Ein solcher Anstieg hätte unser Preismodell und die langfristige Tragfähigkeit der Services erheblich beeinflusst. In der Folge wäre das Risiko, Kunden zu verlieren, zu einer realen Bedrohung geworden.
Da wir uns in diesem Zeitraum in der Abschlussphase des Aufbaus des neuen, leistungsstarken Rechenzentrums DC3 – Ljubljana Sever befanden, standen uns die gesamte erforderliche Infrastruktur und Kapazitäten zur Verfügung, um den vollständigen Austausch der Virtualisierungsplattform umzusetzen – ohne Kompromisse bei Zuverlässigkeit, Performance oder Verfügbarkeit der Services.
Obwohl ich VMware persönlich stets als zuverlässige und technisch ausgereifte Virtualisierungslösung geschätzt habe – schließlich war sie unsere erste Wahl beim Aufbau der Cloud-Infrastruktur –, haben uns die neuen Lizenzrichtlinien vor eine unausweichliche Herausforderung gestellt. Die Finanzanalyse hat klar gezeigt, dass die Fortführung mit dieser Technologie für kleinere Anbieter, was wir in Slowenien praktisch alle sind, langfristig nicht tragfähig ist.
Strategie und erste Schritte: Suche nach einer langfristigen Alternative
Anfang 2024 haben wir die strategische Entscheidung getroffen, eine Alternative zur bestehenden Virtualisierungsplattform zu suchen. Trotz der langjährigen Partnerschaft mit VMware und unseres Status als einer der ersten zertifizierten Cloud-Service-Provider in Slowenien haben wir festgestellt, dass die neue Lizenzstruktur eine unverhältnismäßige Kostenerhöhung bedeutet und damit die wirtschaftliche Effizienz unserer Public Cloud ernsthaft gefährdet.
Mit dem klaren Ziel, hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und Performance bei gleichzeitiger Kostenwettbewerbsfähigkeit zu erhalten, begannen wir aktiv nach Open-Source- und modernen Lösungen zu suchen, die die Weiterentwicklung unserer Services ermöglichen.
Analyse und Evaluierung von Virtualisierungsplattformen
Wir haben eine interne Initiative aufgesetzt, an der unsere Systemingenieure, Infrastrukturarchitekten sowie das operative Team beteiligt waren. Ziel war es, eine moderne, stabile und langfristig tragfähige Alternative zu finden, die der Komplexität des bestehenden Systems gewachsen ist und zugleich weiteres Wachstum ermöglicht.
In realen Szenarien haben wir mehr als 10 verschiedene Virtualisierungsplattformen und Lösungen für das Management von Public Clouds getestet und verglichen. Zu den Lösungen, die wir im Detail analysiert haben, gehörten:
XCP-ng
Microsoft Hyper-V
Proxmox VE
Nutanix AHV
Citrix Hypervisor
Scale Computing Platform
Nach einer ausführlichen technischen und geschäftlichen Analyse haben wir uns für eine Lösung auf Basis der KVM-Technologie entschieden und begonnen, darum herum unsere neue Public Cloud aufzubauen – flexibel, skalierbar und vollständig unter unserer Kontrolle.
Umsetzungs- und Migrationsplan: kompromisslose Zuverlässigkeit und Kontinuität
Gemeinsam mit unserem technischen Team haben wir einen detaillierten und sorgfältig abgestimmten Migrationsplan entwickelt, der sowohl den Aufbau der neuen Infrastruktur als auch die schrittweise Verlagerung der bestehenden Services umfasste. Zentrales Ziel war es, einen nahtlosen Übergang ohne Ausfälle zu gewährleisten und gleichzeitig Sicherheit und Performance aufrechtzuerhalten.
Der Plan umfasste auch die Migration sämtlicher Daten aus dem alten Rechenzentrum DC2 – Ljubljana Jug in das neue, moderne Rechenzentrum DC3 – Ljubljana Sever. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die Minimierung von Risiken und die Sicherstellung hoher Verfügbarkeit für alle unsere Kunden gelegt.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war dabei die offene und proaktive Kommunikation. Den Kunden haben wir sowohl den Migrationsplan als auch die langfristige Entwicklungsvision unserer Cloud-Plattform präzise vorgestellt. Mit Flexibilität und Reaktionsfähigkeit haben wir sie durch den gesamten Prozess unterstützt, was die operativen Risiken deutlich reduziert und die Nutzerzufriedenheit erhöht hat.
Darüber hinaus haben wir die gesamte Migration erfolgreich innerhalb der strikt vorgegebenen Zeitfenster abgeschlossen, die durch die Beendigung der Lizenzen durch Broadcom bedingt waren. So haben wir eine unterbrechungsfreie geschäftliche Kontinuität sichergestellt und die Zuverlässigkeit unserer Services jederzeit aufrechterhalten.
Ergebnis und Blick in die Zukunft: technologische Agilität und Skalierbarkeit
Die Migration auf die KVM-Technologie haben wir erfolgreich umgesetzt. Damit haben wir die Lizenzkosten deutlich gesenkt und zugleich das Service-Niveau, das unsere Kunden erwarten, gehalten oder sogar verbessert. Der Wechsel auf eine Open-Source-Plattform hat uns den Weg zu größerer technologischer Flexibilität und Agilität eröffnet – ein Schlüsselfaktor, um sich schnell an die dynamischen Anforderungen des Marktes anzupassen.
Künftig planen wir, unsere Private Cloud mit der Implementierung der Plattform OpenStack auszubauen, was ein vollständig automatisiertes Management und noch mehr Selbstständigkeit für unsere Kunden ermöglichen wird. Zudem werden wir das Portfolio mit der Einführung virtueller Rechenzentren erweitern, die unseren Kunden noch individuellere, sichere und skalierbare Cloud-Lösungen bieten.
Mit diesem Schritt haben wir unsere Position als Anbieter von Public-Cloud-Services, der Spitzentechnologie, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz vereint, weiter gestärkt und damit die Basis für nachhaltiges Wachstum und die digitale Transformation der Zukunft gelegt.